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KINO-ORGEL

24. November 2016, 20:00
Dom St. Peter & Paul, Klagenfurt

Diese Veranstaltung ist Teil des Zyklus: ORGELHERBST 2016

STUMMFILM MIT ORGELBEGLEITUNG

Die Orgel als Musikinstrument ist in Europa historisch eng mit dem Kirchenraum und der liturgischen Verwendung verbunden. Doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das altehrwürdige Instrument plötzlich ganz nah am Puls der Zeit. Für eine – historisch betrachtet – kurze Zeispanne ging sie eine Liaison ein mit dem neuen Medium der Epoche, dem Film. Auch wenn der Film zunächst ohne Tonspur auskommen musste, war die musikalische Begleitung mit dem Aufkommen des Kinos immer schon Teil dieser neuen Unterhaltung. Bei den Premieren der 20er-Jahre kam mitunter ein grosses Orchester zum Einsatz, das eine perfekt auf den Film abgestimmte Partitur zu Gehör brachte. Doch abseits dieser Events waren es oft nur wenige Musiker oder ein einzelner Pianist, der zu den Filmbildern improvisierte. Die Orgel mit ihrem Reichtum an Klangfarben erschien hier als besserer Ersatz für ein Orchester. Der Einsatz neuer Technik und die mehrfache Verwendung von Pfeifen in verschiedenen Registern ermöglichte Kinoorgeln als eine neue Bauform. Sie waren reich an Registern und Effekten und sparten zugleich Platz und Kosten. Die Orgel gehoÅNrte nun dazu zum opulent ausgestatteten Kino, bis mit dem Erfolg des Tonfilms sich dieses Zeitfenster abrupt schloss.

Es verlangt grosse Kunstfertigkeit, die spontane musikalische Improvisation exakt auf den Rhythmus des Filmschnitts abzustimmen. Stanislav Šurin beherrscht diese Kunst und wird für einen Abend an der Marienorgel diese Begegnung zwischen Orgelmusik und Film wieder aufleben lassen.

 

ZUR ENTSTEHUNGSGESCHICHTE

1915 bringen der Schauspieler Paul Wegener und Henrik Galeen den Film Der Golem in die Kinos. Er wird nicht nur wirtschaftlich erfolgreich und begründet das Genre des Horrorfilms mit, er ist zugleich der erste einer Serie von drei Filmen. Während der erste Film erzählt, wie der lengendaÅNre Golem in der Gegenwart gefunden und unvorsichtig zum Leben erweckt wird, geht der dritte Film zurück zum Ursprung der Legende im Prag des 16. Jahrhunderts. Der Golem, wie er in die Welt kam von 1920 (diesmal unter der Regie von Wegener und Carl Boese) ist ein ästhetischer Höhepunkt des deutschen expressionistischen Kinos; zugleich greift er – angesichts des zeitgenössischen Antisemitismus – das Thema der drohenden Judenverfolgung auf. Zwar nimmt der Film eine alte Legende auf, doch mag diese für uns im Rückblick beinah wie eine Ahnung dessen scheinen, was in den folgenden beiden Jahrzehnten über die europäischen Juden und die Autoren selbst hereinbrach.

ZUR HANDLUNG

Im Prag des 16. Jahrhunderts kommt es immer wieder zu Anschuldigungen gegen die jüdischen Bewohner. Der historisch belegte Rabbi Löw erkennt aus der Deutung der Sterne, dass seiner Gemeinde Unheil droht. Löw erweckt den Golem zum Leben, einen künstlichen Menschen aus Lehm, damit er die jüdischen Bewohner beschützt. Er trägt einen Stern auf seiner Brust; das Zeichen, das ihm Leben verleiht. In der Tat beschliesst der Kaiser ein Dekret, dass alle Juden zwingt, die Stadt zu verlassen. Rabbi Löw will verhandeln und den Kaiser umstimmen. Mithilfe des Golems kann er die Kaiserburg vor Schaden durch einen bösen Zauber bewahren. Daraufhin nimmt der Kaiser das Dekret zurück. Währenddessen verliebt sich die Tochter das Rabbis in einen adeligen Boten des Kaisers. Nachhause zurückgekehrt, nimmt der Rabbi dem Golem den Stern von der Brust, woraufhin dieser leblos umfällt. Aber der eifersüchtige Gehilfe des Rabbi, der ebenfalls dessen Tochter begehrt, erweckt den Golem abermals.

 

 

 

Konzerte der Reihe Orgeldonnerstag:

Freie Platzwahl,

Eintritt € 12.- (Abendkasse), kein Vorverkauf, VIP-Kartenbesitzer € 8.-

freier Eintritt für Kinder, Jugendliche und Studierende.

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