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HIOB - Petr Eben (1929-2007)

13. März 2008, 18:30 bis 19:45
Dom St. Peter & Paul

Orgelkonzert und Rezitation

Petr Eben (1929-2007)
Hiob für Orgel

Nach dem Orgelzyklus Faust" war es mir ein Bedürfnis, mich mit derselben Thematik - einer Wette Satans mit Gott um das Los eines Menschen - noch einmal auseinanderzusetzen und dies mit seinem alttestamentarischen Vorbild. Faust verließ sich auf seine eigenen menschlichen Kräfte und scheiterte, Hiob nahm das Leid demütig an und war siegreich.
Das Buch Hiob fesselte mich aus drei Gründen: einerseits wegen seiner sozia¬len und theologischen Revolution, die es damals bedeutete; denn bis dahin galt jeder Arme und Kranke, jeder Leidgeprüfte als der von Gott Verlassene und von Gott Gestrafte; andererseits war ich tief beeindruckt von der tiefen Dramatik dieses Buches, das ein für allemal den Schlüssel zum Überstehen einer Glaubensprobe gibt, und schließlich finde ich dieses Buch als höchst aktuell, weil es die Antwort auf eine der schwierigsten Lebensfragen gibt: Warum kann guten Menschen Böses widerfahren? Das Buch zeigt nicht nur die Geringfügkeit des persönlichen Leidens im Zusammenhang des Weltge¬schehens, sondern vor allem Gott, der auf der Seite des Leidenden steht; der von Hiob nicht verlangt, das Leiden gutzuheißen, sondern nur, es zu ertragen, und der sich als derjenige offenbart, der mit-leidet, mit-trägt und hilft, das Leiden zu überstehen.
Ich habe diesen kontrastreichen Stoff in 8 Sätze geteilt, deren Inhalt jeweils ein Zitat aus dem Buch Hiob als Motto ausdrückt.
Petr Eben


Der Komponist Petr Eben Sein Wirken und Schaffen
Petr Eben zählt zu den führenden tschechischen Komponisten. Am 22. Januar 1929 im Zamberk geboren, verbrachte er seine Jugend in der südböhmischen Stadt Böhmisch Krummau, deren mittelalterliche Bauarchitektur nicht ohne Einfluß auf sein Schaffen blieb; Gregorianik und die Musik der Gotik und Renaissance wurden für ihn Quellen der Inspiration. Seine früh erkannte Begabung brachte ihm bereits mit zehn Jahren das Amt eines Regens chori, das er von der Orgel aus führte. Nach schweren Jahren der deutschen Okkupation, unter der auch seine ganze Familie zu leiden hatte, studierte er an der Akademie der musischen Künste Klavier und Komposition. Als Orgel und Klavierimprovisator trat er in Paris, London, Melbourne, Edinburg, Wien, Ossiach, Berlin, Stuttgart und in den USA auf.
Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt allerdings im schöpferischen Schaffen, das außer der Oper alle Genres umfaßt: das Oratorium „Apologia Sokratus“, das Ballett „Flüche und Segenswünsche" (ein Auftragswerk für das Holland Festival 1983), die konzertante Symphonie „Nachtstunden" (für Leipzig), „Prager Nocturne" (für die Wiener Philharmoniker), das 2. Orgelkonzert (1982 für die Weihe der neuen Orgel im Sendesaal des ORF in Wien), die „Missa cum populo" (für das Festival in Avignon) u. a.
Für eine Reihe seiner Lied-, Chor- und Orgel-Zyklen erhielt Eben zahlreiche tschechische und ausländische Preise, u. a. 1990 den Preis des Tschechischen Nationalrates für den Orgelzyklus Hiob", im Jahre 1991 wurde ihm von französischen Kulturminister der Orden „Chevalier de l'ordre des Arts et des Lettres" verliehen, 1992 wurde er zum Ehrenprofessor des Royal Northern College of Music in Manchester ernannt, und 1993 erhielt er den Sta¬mitz-Preis der Deutschen Künstlergilde. Petr Eben verstarb am 24. Oktober 2007 in Prag nach langer schwerer Krankheit.

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